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Mittwoch, 29. September 2010:
   
20.30 Uhr Einführung in das Thema:
Keiner ist perfekt
   
20.15 Uhr Filmvorführung:
Little Miss Sunshine
   
Regie: Jonathan Dayton und Valerie Faris, USA 2005, 101 Min.
   

LITTLE MISS SUNSHINE

Familie Hoover ist anders... einfach anders: Vater Richard ist angehender Guru und ein Versager wie er im Buche steht, so dass selbst seine Frau Sheryl nicht mehr an ihn glaubt. Sohn Dwayne hat beschlossen, kein einziges Wort mehr zu sprechen. Richards depressiver Schwager hat wegen einer verkorksten Beziehung einen misslungenen Selbstmordversuch hinter sich und Großvater Hoover wurde wegen schlechtem Benehmen und Drogenexzessen aus dem Seniorenheim geworfen. Nur die kleine Olive scheint mit der Welt noch im Reinen zusein – wäre da nicht der unablässige Wunsch, Schönheitskönigin zu werden. Als die etwas pummelige Siebenjährige tatsächlich zur Wahl der „Little Miss Sunshine“ eingeladen wird, macht sich die ganze Familieim Old-School-VW-Bus auf die Reise ins weit entfernte Kalifornien. Doch schon bald liegen ihre Nerven blank, kleinen Krisen folgen große Katastrophen und am Ende ist sogar die Teilnahme am Wettbewerb in Gefahr.

Little Miss Sunshine ist nicht nur eine bissige Satire auf den Schönheitsköniginnenwahn, sondern auch eine Familiengeschichte über Zusammenhalt und Verständnis.




 
 
Donnerstag, 30. September 2010:
   
18.00 Uhr Einführung in das Thema:
Kinder psychisch kranker Eltern
   
18.15 Uhr Filmvorführung:
Knetter –
übergeschnappt

   
Regie: Martin Koolhoven, NED 2005, 83 Min.
   


KNETTER - ÜBERGESCHNAPPT


Was macht man, wenn man eine Mutter hat, die noch verrücktere Ideen hat als man selbst? Die einen im Pyjama von der Schule abholt, fünf Eisbecher auf einmal bestellt und glaubt, dass man Elefanten einfach so im Garten halten kann? Normalerweise lässt sich die neunjährige Bonnie durch all das kaum aus der Ruhe bringen. Ihre Mutter Lis ist eben so, wie sie ist. Das ist zwar manchmal ganz schön anstrengend, aber trotzdem würde Bonnie niemals tauschen wollen. Zum Glück gibt es ja noch die Oma, die immer für Bonnie da ist. Auch an den schlechten Tagen, wenn ihre Mutter sich im Bett verkriecht und sich weigert, jemals wieder aufzustehen. Als die Oma bei einem Unfall stirbt, sind Bonnie und ihre Mutter plötzlich auf sich allein gestellt. Obwohl sich beide wirklich Mühe geben, laufen die Dinge immer wieder aus dem Ruder...

Eine wunderbaren Tragikomödie die auf heitere und unkonventionelle Weise ein schwieriges Thema aufzeigt.




 
 
Donnerstag, 30. September:
   
20.15 Uhr Einführung in das Thema:
Angstneurose
   
20.30 Uhr Filmvorführung:
Elling
   
Regie: Petter Næss, Norwegen 2001, 90 Min.
   


ELLING


Der psychisch labile Elling wird nach dem Tod seiner Mutter von der Polizei im Schrank gefunden und landet für zwei Jahre in der Psychiatrie, wo er sich ein Zimmer mit Kjell Bjarne teilt. Elling und sein Zimmergenosse werden schließlich nach zwei Jahren sozusagen in das große Abenteuer „Normalität“ entlassen und beziehen im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms eine von dem Sozialarbeiter betreute WG in Oslo. Den beiden sehr unterschiedlichen Männern fällt die Integration zunächst sehr schwer. Selbst das Telefon, Einkaufen oder ein Restaurantbesuch werden zu großen Herausforderungen. Kjell Bjarne, der eigentlich nur zwei Ziele verfolgt, Essen und endlich Sex zu haben, lernt eine schwangere Frau kennen und sieht in ihr die Chance seines Lebens. Elling dagegen entdeckt für sich das Schreiben. Er schreibt seine Gedichte auf kleine Zettel die er in Sauerkrautpackungen steckt und diese heimlich im Supermarkt zurück ins Regal steckt. Nun ist den beiden klar, dass sie alles geben müssen. Auf einmal ist das „reale“ Leben nicht mehr ein Hindernis für die Beiden sondern ein gewaltiges Abenteuer.

Der Film zeigt die Ängste, Neurosen und Schrullen der beiden Hauptpersonen und ihren Kampf, sich in einen normalen Alltag hineinzufinden.






 
 
Freitag, 01. Oktober:
   
18.00 Uhr Einführung in das Thema:
Schizophrenie
   
18.15 Uhr Filmvorführung:
Aus tiefster Seele
   
Regie: Joseph Greco, Kanada 2006, 97 Min.
   

AUS TIEFSTER SEELE

Mary, Ehefrau und Mutter, leidet an einer ausgeprägten Form der Schizophrenie. Sie kommt gerade von einer weiteren Therapie nach Hause zurück und widmet sich ihrem Hobby, dem Malen. Für den Moment scheint alles in Ordnung zu sein, doch man kann schon erahnen, dass dieser illusorische Frieden nicht ewig anhalten würde. Und schon bald bringt Mary tatsächlich ihre Familienmitglieder in ernste Gefahr – sie verletzt ihren jungen Sohn während einer Wutattacke. Eines Tages stehen ihr Mann und ihr Sohn entgeistert vor dem Haus nachdem einmal mehr die gesamte Nachbarschaft geweckt wurde. Sie sehen hilfl os zu, als die Polizei eintrifft und die kranke Frau in Gewahrsam nimmt. Vater und Sohn müssen nun lernen mit der Schizophrenie der Ehefrau und Mutter umzugehen und herausfinden, was es bedeutet eine Familie zu haben.

Nur die Kraft der Liebe und die Krankheit zu akzeptieren kann die Familie wieder zusammenführen...

Die DVD ist im Handel erhältlich.



 
 
Freitag, 01. Oktober:
   
20.30 Uhr Einführung in das Thema:
Anfang und Ende
   
20.45 Uhr Filmvorführung:
Die Zeit die man
Leben nennt

   
Regie: Sharon von Wietersheim, D/A 2008, 90 Min.
   


DIE ZEIT DIE MAN LIEBE NENNT


Der junge sympathische Pianist Luca steht unmittelbar vor seiner internationalen Karriere, als ein Unfall ihn all seiner Träume und Hoffnungen beraubt. Von der Hüfte ab gelähmt verfällt er in eine tiefe Depression, aus der ihn weder seine große Liebe Josephine, noch seine geschiedenen Eltern heraus reißen können. Völlig in sich zurückgezogen beschließt Luca, seinem Leben ein Ende zu bereiten, als er wider Willen die Bekanntschaft des unkonventionellen Roderick (Hinnerk Schönemann) macht. Durch den gegen das Sterben rebellierenden jungen Mann erkennt Luca, dass es noch andere Werte im Leben gibt, als die seinen. Eine ungewöhnliche Reise durch einen neuen Lebensabschnitt beginnt, woraus aus anfänglicher Abneigung eine außergewöhnliche Freundschaft wächst. Mit Mut, Humor und einem enormen Lebenswillen widersetzen sich Roderick und Luca ihrem Schicksal und kämpfen gemeinsam um Anerkennung, Liebe und Erfolg.

Die Zeit die man Leben nennt erzählt die Geschichte von einem außergewöhnlichen jungen Mann, der alles verlieren musste, um das Wichtigste im Leben zu finden... sich selbst!


 
 
Samstag, 02. Oktober:
   
15.45 Uhr Einführung in das Thema:
Behindert und Verstoßen
   
16.00 Uhr Filmvorführung:
Die Farben des
Paradieses

   
Regie: Majid Majidi, Iran 1999, 87 Min.
   
   

DIE FARBEN DES PARADIESES

Mohammad ist blind und geht in die Blindenschule - fernab von seinem Heimatdorf. Nur in den Ferien wird er bei seiner Familie sein, seiner Schwester, der Großmutter und dem Vater. Mohammads Mutter lebt nicht mehr. Die Ferien beginnen und ein aufgeregtes Treiben füllt den Schulhof. Die Kinder werden nach und nach von den Eltern abgeholt. Zuletzt bleibt Mohammad übrig. Allein muss er auf seinen Vater warten. Als der Vater kommt, merkt man schnell, dass für Mohammad in seinem Leben eigentlich kein Platz ist. Am liebsten würde er den Jungen während der Ferien in der Schule lassen. Aber das geht nicht und so beginnt ein beschwerlicher Weg in das Heimatdorf. Während sich die Großmutter und die Schwester freuen, dass Mohammad zu Hause ist, überlegt der Vater, wie er ihn anderweitig unterbringen kann. Er möchte wieder heiraten und ein blinder Sohn ist da im Wege. Die Scham des Vaters führt zu einer schrecklichen Katastrophe.

DIE FARBEN DES PARADIESES ist ein wunderbarer, faszinierender Film über den wahren Wert und die Schönheit des Lebens, „gesehen“ mit anderen Augen.


 
 
Samstag, 02. Oktober:
   
18.00 Uhr Einführung in das Thema:
Postnatale Depression
   
18.15 Uhr Filmvorführung:
Das Fremde in mir
   
Regie: Emily Atef, D 2008, 99 Min
   

DAS FREMDE IN MIR

Rebecca und Julian erwarten voller Freude ihr erstes Kind. Als Rebecca einen gesunden Jungen auf die Welt bringt, scheint ihr Glück perfekt. Doch statt der bedingungslosen Liebe, die sie erwartet hatte und von der die ganze Welt spricht, empfi ndet sie nur Hilfl osigkeit und Verzweiflung. Ihr eigenes Baby ist ihr fremd. Mit jedem neuen Tag wird deutlicher, dass Rebecca den Anforderungen des Mutterseins nicht gewachsen ist. Doch außer ihr scheint das niemand zu bemerken. Sie kann sich niemandem anvertrauen, nicht einmal Julian. Denn: Wie spricht man über das Unaussprechliche? Über Gefühle die man nicht einordnen kann? Von denen man noch nie zuvor gehört hat? Nach einem Zusammenbruch erkennt allein Rebeccas Mutter, was ihre Tochter braucht: professionelle Hilfe und Unterstützung bei dem Aufbau einer Mutter-Kind-Beziehung.

Ein sensibler Film über die Wochenbett-Depression einer jungen Mutter und den Weg zur Heilung.



 
 
Samstag, 02. Oktober:
   
20.45 Uhr Einführung in das Thema:
Trauma
   
21.00 Uhr Filmvorführung:
Lars und die Frauen
   
Regie: Craig Gillespie, USA 2007, 102 Min.
   


LARS UND DIE FRAUEN


Sonderling Lars ist so scheu, dass selbst sein Bruder Gus und seine schwangere Schwägerin Karin kaum Kontakt zu ihm haben. Das ändert sich, als er ihnen eine lebensechte Puppe als eine Internet-Bekanntschaft und Ex-Missionarin aus Brasilien vorstellt. Er behandelt die Puppe wie einen echten Menschen, redet mit ihr und schließt Freundschaft mit ihr. Auf Anraten der Ärztin Dr. Berman behandeln der geschockte Gus, Karin und bald der ganze Ort diese wie eine echte Lady. Unter dem Vorwand, Bianca habe eine Krankheit, die regelmäßige Behandlung erfordere, führt die Ärztin lange Gespräche mit Lars und versucht, ihm seine Angst vor sozialen Kontakten, die mit dem Tod seiner Mutter während seiner Geburt her rührt, zu nehmen. Lars öffnet sich in der Folge immer mehr den Menschen um sich herum, während sich sein Verhältnis zu Bianca verschlechtert.

Ein Film über Einsamkeit und eine ungewöhnliche Art sein Trauma zu überwinden.



 
 
Sonntag, 03. Oktober:
   
18.00 Uhr Einführung in das Thema:
Model um jeden Preis
   
18.15 Uhr Filmvorführung:
Bin ich Sexy?
   
Regie: Katinka Feistl, D 2004, 86 Min.
   


BIN ICH SEXY?


Die 15-jährige Mareike, die mit Geschwistern und der allein erziehenden Mutter in einem Mannheimer Vorort lebt, träumt vom Titel der „Miss Baden-Württemberg“ und einer Karriere als Model. Nur wenig gebremst wird sie dabei zunächst vom notorischen Geldmangel der Familie und dem Umstand, dass ihre nicht gerade klassische Schönheit und ihre pummelige Figur dem Anliegen eher widersprechen. Ihr Einfallsreichtum, ihre Zuversicht und Lebenslust machen diese Defizite zunächst mehr als wett. Dass sie sich verliebt, gibt Mareikes beharrlichem Kampf um die Verwirklichung ihrer Träume weiteren Anschub. Eine plötzlich auftretende Autoimmunschwäche, infolge derer Mareike die Haare in Büscheln vom Kopf fallen, stürzt die kleine Familie in eine tiefe Krise.

Sexy, schlank und schön, das will mehr oder weniger jeder von uns sein: Wie stark dieser Druck belasten kann und welche Folgen der Schönheitswahn für Jugendliche hat, zeigt „Bin ich sexy?“ in eindrucksvoller Weise.






 
 
Sonntag, 03. Oktober:
   
20.15 Uhr Einführung in das Thema:
Verlust und Neuanfang
   
20.30 Uhr Filmvorführung:
Im Winter ein Jahr
   
Regie: Caroline Link, D 2008, 123 Min.
   


IM WINTER EIN JAHR


Die in München lebende Eliane gibt bei dem Maler Max Hollander ein Porträt ihrer Kinder Alexander und Lilli in Auftrag. Die verstörte Eliane will sich mit dem Porträt an Alexander erinnern, der sich vor knapp einem Jahr das Leben genommen hat und stellt Max Bilder und Videos von Alexander zur Verfügung. Sie will, dass Lilli für das Porträt zu einigen Sitzungen bei Max erscheint, jedoch ist diese davon wenig angetan, da sie es abstoßend findet, ein Porträt ihres toten Bruders „als Deko“ an die Wand zu hängen. Bei den Sitzungen begegnet Lilli Max zunächst mit Vorbehalten, während dieser versucht, in sie hineinzublicken und ihren Charakter festzuhalten. Er erkennt die tiefe Beziehung zwischen den Geschwistern und versteht Lillis Gefühlswelt immer besser. Dabei findet er nach und nach Zugang zu unaufgearbeiteten Teilen seiner eigenen Geschichte, die ebenfalls persönliche Verluste enthält. Das Vertrauensverhältnis zwischen Maler und Modell vertieft sich und sie nähern sich einander vorsichtig an. Das resultierende Porträt erfüllt Elianes Erwartungen nicht, jedoch bricht ihre innerliche Erstarrung auf, sodass sie sich auf Lilli zubewegt. Schlussendlich beginnt Eliane, den Tod ihres Sohnes zu verarbeiten. Lilli hingegen schafft es, als sie dem wahren Grund seines Selbstmordes auf die Schliche kommt, ihrem Bruder zu verzeihen.

Ein aufregendes Psychogramm einer komplexen Familie.