Leitmotiv
Das Streben nach Perfektion scheint ein Grundelement des menschlichen Wesens zu sein. Das gilt längst nicht nur für den Beruf – auch im Privaten sind etwa ein makelloses Äußeres, sportlicher Erfolg oder ein hübsches Heim Ziele, die wir alle mehr oder weniger verinnerlicht haben. Die Liste ließe sich ins Unendliche verlängern.
Wenn wir aber ehrlich zu uns sind, dann müssen wir feststellen, dass
das Scheitern, der Misserfolg, der Fehler, der Konflikt eher die Regel sind als die Ausnahme. Der Mythos von Sisyphus ist uns näher, als es wir uns eingestehen wollen – auch wenn das Scheitern nüchtern betrachtet oft nur scheinbar stattfindet. 90% Zielerfüllung ist ja durchaus auch ein gutes Ergebnis. Besonders deutlich wird das, wenn man die Schwierigkeiten betrachtet, die viele Menschen haben, wenn sie mit Behinderten oder Kranken konfrontiert werden. Sie weichen am deutlichsten von den gängigen Schönheits- und Perfektions-Idealen ab.
Die Filme der Kinotage bieten uns auf vielfältige Weise eine derartige Konfrontation. Sie zeigen, wie absurd das Streben nach Perfektion ist; sie zeigen, wie schmal der Grat zwischen Behinderung und Nicht-Behinderung sein kann, sie versuchen auf der anderen Seite aber auch einen Gegenentwurf zu schaffen. Dieser ist ebenso einfach wie genial: nehmen wir die Menschen so, wie sie sind, als Menschen, wie Du und ich, mit ihren Schwächen, aber auch ihren ungeahnten Stärken.
Wir laden Sie ein, sich auf diese Menschen einzulassen und wünschen allen eine gute Unterhaltung.
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